Gesetzestext der Insolvenzordnung
Leben auf Pump: Immer mehr Verbrauer in der Schuldenfalle
2010 meldeten 110.000 Verbraucher Insolvenz an. Die Zahl steigt und ein Ende scheint nicht in Sicht. Für das Jahr 2011 werden sogar 120.000 Insolvenzverfahren erwartet.
Dafür gibt es viele Gründe. Ein Beispiel dafür ist der Konsum auf Pump.
Schuldnerberater sehen einen klaren Trend. Die größte Gruppe der Betroffenen sind Menschen die von Transferleistungen wie Hartz VI leben oder deren Auskommen nicht zum Leben reicht. Es ist eine Tatsache, dass die Menschen immer weniger mit ihrem Geld auskommen.
Experten sind sich einig, dass die Entwicklung der Privatpleiten mittlerweile unabhängig vom Konjunkturaufschwung zu betrachten ist. Ein Siebtel der Insolvenzen entfällt auf junge Leute unter 30 Jahren.
Auch Insolvenzverwalter beobachten die Entwicklung mit Besorgnis. Die Abwicklung von Unternehmensinsolvenzen ist für sie finanziell erheblich lukrativer.
Der Ausweg ist insgesamt steil. Zu viele Schuldnerberatungen sind überlastet. Zu oft ist in der Vergangenheit bei diesen Angeboten gekürzt worden.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) müht sich um Besserung und will das Privatinsolvenzverfahren schlanker machen. Bisher gilt: Nach Abschluss des gerichtlichen Verfahrens muss der Schuldner sechs Jahre lang den pfändbaren Teil seines Einkommens an die Gläubiger abgeben. Danach wird ihm die übrige Restschuld- egal wie hoch- erlassen.
Die Justizministerin will diese Zeit auf drei Jahre kürzen, „wenn in dieser Zeit die Verfahrenskosten und ein bestimmter Anteil der Schulden beglichen werden“. Sie denke an eine Quote von einem Viertel.
Fachleute befürchten, dass diese Reformidee an der Realität vorbeigeht. VID-Chef Bergner etwa gibt zu bedenken, dass sich ein erheblicher Teil der Schulden schon im laufenden Verfahren wieder neu verschuldet.
(Quelle: dpa)
Die Insolvenzzahlen für Deutschland im ersten Halbjahr 2011
(Pressemitteilung Creditreform vom 27.06.2011)
Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist rückläufig. 51.300 Verbraucher erklärten in den ersten 6 Monaten 2011 ihre Zahlungsunfähigkeit. In der Vorjahresperiode waren es 54.070. Die Nachfrage nach einem Schuldenbereinigungsverfahren für Verbraucher ist damit unverändert hoch. Nach 2007 und 2010 wurde im laufenden Jahr der dritthöchste Wert seit Einführung der Insolvenzordnung (InsO) im Jahr 1999 festgestellt.
Bisher hat erst ein geringer Teil der insolventen Verbraucher den Weg aus den Schulden gefunden. Rund 20.000 Deutsche hatten bis zum Jahresende 2010 ihre Wohlerhaltensphase erfolgreich absolviert und die Restschuldbefreiung erhalten. Zum Vergleich: Seit 1999 wurden mehr als 700.000 Privatinsolvenzen verzeichnet.























